Als Oma ein Vogel wurde

 

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Titel:
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Illustrator
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Seitenzahl:
empfohlenes Alter:
... Als Oma ein Vogel wurde
Kristien Aertssen

Gerstenberg (2011)
32
4

Inhalt:

Jeden Freitag besucht Merle ihre Großeltern. In ihrem Garten steht ein riesengroßer Kirschbaum, darin sitzen Hunderte von Vögeln. Opa beobachtet sie ganz genau und lehrt Merle, die unterschiedlichen Vogelstimmen zu unterscheiden. Oma Madeleine bringt ihr das Pfeifen bei. Und zusammen füttern sie die Vögel. Doch eines Tages steht Oma nicht mehr aus ihrem Bett auf. 'Sei nicht traurig', flüstert sie Opa ins Ohr. 'Ich komme mit den Vögeln zurück ...'

Rezension von Sabine aus der Kinder-Stadt:

Der Mittelpunkt der Geschichte ist Madeleine. Madeleine ist die Großmutter von Merle und hingerissen vom Kirschbaum im Garten. Sie liebte den Baum und noch mehr liebte sie die Vögel. Sie lernte sogar ihren Gesang nachzuahmen und sie konnte sie mit Brotkrümeln anlocken, die sie von den Nachbarn und Merle bekam. Ihrer Enkelin vermittelte sie die Liebe zu den Vögeln ebenso wie das Nachahmen des Zwitscherns. Höhepunkt der Besuchstage wird dann jedes Mal das gemeinsame Füttern der Vögel.

Doch dann wird alles anders: Madeleine wird krank und stirbt schließlich. Ganz einfühlsam beschreibt Kristien Aertssen den Weg des Abschiednehmens, des Sterbens und auch das man ins Leben zurückfinden kann. Sehr gut finde ich auch, dass hier kein Kind im Mittelpunkt steht. Merle erscheint nur am Rande, so identifizieren sich Kinder nicht zu sehr mit ihr und können die Geschichte mit etwas Abstand betrachten. Ebenfalls positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass es keine Klinikaufenthalte, Arztbesuche oder andere Situationen gibt, die zu viele Emotionen wecken würden.

Die Illustrationen passen sehr gut zu den Texten. Als der Großvater um seine Frau trauert wird es ganz deutlich: Grau dominiert und überhaupt sieht alles trostlos aus. Doch nach und nach wird es besser und am Ende des Buches haben Merle und ihr Großvater wieder zueinander gefunden. Auch die Vögel haben wieder Einzug in das nun neue, andere Leben der beiden gehalten.

Das Buch "Als Oma ein Vogel wurde" ermöglicht es Kindern sich mit Abstand dem Thema Tod zu nähern. Es ängstigt nicht und lässt, bedingt durch die weit gefasste Beschreibung, sehr viel Raum zum Erzählen und Erklären.

 

Die Blumen der Engel

 

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Titel:
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empfohlenes Alter:
... Die Blumen der Engel
Jutta Treiber
Maria Blazejovsky
Betz (2008)
32
6

Inhalt:

Die kleine Mara ist nicht mehr da. Sie wird nicht wiederkommen. Nie mehr. Gestern hat Sonja noch mit ihrer Schwester gespielt. Heute ist alles anders. Mara hatte einen Autounfall. Sonja und ihre Eltern durchleben eine schwere Zeit. Doch letzten Endes schöpfen sie Mut und Hoffnung

Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum:

Der Tod ist vielfach, gerade im Umgang mit kleinen Kindern, ein Tabuthema. Wie soll man auch jemand, der vielleicht vor kurzem erst gelernt und verinnerlicht hat, dass die Eltern auch dann wiederkommen, wenn sie einmal ein paar Stunden weg waren, die Endgültigkeit des Todes begreiflich machen. Zu erklären, dass Leute sterben - Menschen, die wir sehr, sehr gerne haben und die uns nahe stehen - ist schwer genug. Worte dafür zu finden, dass das auch mit Kindern passieren kann, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, ohne die kleinen Leser nachhaltig zu erschrecken, ist noch viel schwieriger.
Tatsache aber ist, dass es passiert. Kinder werden krank oder haben einen Unfall und sind plötzlich tot. Und neben den Eltern sind es die Spielkameraden oder gar die Geschwister, die mit einem solchen Verlust fertig werden müssen.
Diese Situation beschreibt Sonja, die Zweitklässlerin, deren ein Jahr jüngere Schwester bei einem Autounfall ums Leben kommt. In einfachen Worten, aber doch gut verständlich, macht sie dem Leser klar, wie sehr sie die andere vermisst - etwa beim Anblick des gemeinsamen Hochbetts oder Maras Lieblingspuppe. Sie zeigt aber auch auf, wie sich ihr durch die Trauer der Eltern der Verdacht aufdrängt, diese hätten nur die kleine Schwester geliebt. Kindgerecht wird geschildert, was NACH so einer Todesnachricht alles geschieht: von Auswahl der Kleidung, in der das Kind begraben werden soll, über das Aussuchen eines Sarges bis zur Beerdigung, das Beisammensein auf dem Friedhof und danach, im Kreis der Familie.

Wie sich Sonjas Sprachlosigkeit plötzlich löst und wie die Familie letztendlich wieder zusammenfindet - das alles erzählen die klaren, aber nie brutalen Sätze und die Bilder in Pastellfarben. Ein Happy End gibt es nicht: der Schmerz, den diese Menschen erfahren haben, ist auch für den Leser nachvollziehbar. Aber ebenso spricht aus diesen Seiten die Hoffnung, dass es Linderung geben kann und Trost in der Erinnerung an die kleine Mara. Vor allem aber, dass Vater, Mutter und Kind sich gegenseitig Halt geben können.

Sicherlich kein Buch für alle Tage - aber eines, das in einer konkreten Situation Kindern (und Erwachsenen) viel Mut machen kann.

 

Und was kommt nach tausend?

 

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Und was kommt nach

tausend?
Anette Bley

Ravensburger Buchverlag

(2011)
32
4

Inhalt:

Lisa und den alten Otto verbinden eine enge Freundschaft und die Faszination für Zahlen. Otto erklärt Lisa, dass die Zahlen niemals aufhören. Lisa begleitet Otto, als er stirbt und sie scheinbar allein lässt. Scheinbar, denn in Gedanken fühlt sich Lisa ihm immer noch ganz nah. Eine Bilderbuchgeschichte vom Tod.

Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum:

Lisas bester Freund ist Otto. Otto, der nicht so schnell rennen kann, weil er am Stock geht, und der außerdem schlecht hört. Aber das macht nichts, denn Otto weiß eine Menge über das Leben und die Welt - und er hat Lisa eine tolle Schleuder gebaut!
Doch Otto ist alt - und am Ende des Sommers wird er sehr müde und eröffnet seiner kleinen Freundin, dass er bald sterben muss - was er dann auch tut.

Natürlich weint das Mädchen und ist sehr traurig. Bis sie mit Hilfe von Olga (von der nicht klar ist, ob sie Ottos Frau ist, seine Tochter oder Lisas Mutter oder einfach eine Freundin - was aber alles nicht wirklich eine Rolle spielt) herausfindet, dass sie Otto zwar nicht mehr sehen können, er aber immer noch da ist.
"Denn mit Otto ist das wie mit den Zahlen, er ist einfach in uns drin und hört niemals auf."

Die Münchnerin Annette Bley, von der sowohl die Illustrationen als auch der Text stammen, hat hier auf sehr poetische Weise ein Buch über den Tod geschrieben, das weder etwas beschönigt (denn natürlich ist der alte Mann tot und begraben) noch jedoch die kleinen Leser verängstigt. Durch die Bleistiftzeichnungen am Rand der in kräftigen Farben gehaltenen Illustrationen mit ihren klaren Linien wird immer klar und nachvollziehbar, was Lisa mit der Stupsnase und den frechen Zöpfen gerade denkt.
Und besonders deutlich wird das gerade im allerletzten, ungemein tröstlichen Bild, auf dem klar zu erkennen ist, dass das sommersprossige Bleistiftmädchen den Otto mit seinen charakteristischen Hosenträgern tatsächlich über ihrem Herzen und in ihrem Bauch bei sich trägt.

Eine wunderschön gemachte Geschichte, die viele Anregungen zum Gespräch bietet - über Notkekse, die Unendlichkeit der Zahlen, tote Büffel in Baumkronen oder das korrekte Benehmen bei einer Beerdigung …

 

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